Das richtige Messen von Fenstern ist entscheidend für die ordnungsgemäße Funktion von Fenstern. Ein zu kleines oder zu großes Fenster kann zu Undichtigkeiten führen. Wenn Sie sich fragen, wie man Fenster richtig misst, sollten Sie überlegen, ob Sie dies selbst tun oder die Hilfe von Fachleuten in Anspruch nehmen.
Wann misst man Fenster?
Fenster werden in der Regel nach Abschluss des Rohbaus gemessen, um sicherzustellen, dass die Fensteröffnungen den Plänen entsprechen. Dadurch passen die bestellten Fenster perfekt in die Laibungen. Ebenso wichtig ist die Messung vor dem Austausch alter Fenster sowie vor dem Kauf von Fensterabdeckungen wie Außenrollläden oder Raffstores. Genaue Maße ermöglichen die Auswahl von Elementen, die funktional, ästhetisch und komfortabel in der Nutzung sind.
Vorläufiges Messen in Eigenregie
Sie können eine vorläufige Messung der Fenster selbst vornehmen. Messen Sie dabei jede Öffnung sowohl vertikal als auch horizontal von Wand zu Wand. Neben den Maßen sollten Sie auch die Anzahl der Flügel oder Segmente, den Verwendungszweck und das Material der Fenster (PVC, Aluminium) festlegen.
Arten von Fensteröffnungen und deren Messung
Beim Messen müssen Sie auf die Art der Fensteröffnung achten. Im Bauwesen gibt es zwei Typen:
- mit Anschlag (mit Mauerfalz)
- ohne Anschlag (ohne Mauerfalz)
In älteren Gebäuden sollte der Mauerfalz das Durchfrieren begrenzen und Holzfenster schützen. Heute wird er zusammen mit der Fassade so ausgeführt, dass er den Rahmen überlappt, was die Ästhetik der Fassade verbessert und Wärmebrücken reduziert. Bei einem System ohne Anschlag ist die Größe der Öffnung von innen und außen gleich, was das Messen erleichtert. In diesem Fall ist das Außenmaß der Öffnung etwas kleiner als das Innenmaß.
Berücksichtigung von Fensterbänken beim Messen
Die innere Fensterbank sollte an der unteren Kante des Fensterrahmens anliegen. Die Fensterbank selbst hat keine thermische Funktion – die Isolierung übernimmt die warme Sohlbank (mindestens 3 cm), die an der Unterseite des Fensters montiert wird. Die Sohlbank dichtet ab, isoliert und schafft Platz für die Fensterbänke. Daher sollte die Fensteröffnung im Neubau unten um mindestens 4 cm kleiner sein (3 cm Sohlbank + 1 cm für Nivellierung und Schaum).
Messung von Fensterflügeln und Fensterscheiben
Das Messen von Flügeln oder Scheiben ist nicht so einfach, wie es scheint. Bei Flügeln müssen Sie neben den Maßen auch das Profil, die Beschläge und die Höhe des Griffs kennen. Bei Scheiben sind nicht nur Höhe und Breite, sondern auch die Dicke des Scheibenpakets wichtig. Der Austausch von Scheiben erfolgt im Verhältnis 1:1 – ohne zusätzliche Montagespalten.
Wie misst man die Fensterlaibung?
Beim Messen der Laibung ist es am besten, an mehreren Stellen zu messen, die Ergebnisse zu vergleichen und das kleinste Maß zu übernehmen. Die Breite sollte um etwa 3 cm und die Höhe um 6 cm reduziert werden (3 cm Sohlbank + 1,5 cm Schaum oben und unten). In der Praxis sollte die Messung vom sogenannten Nullpunkt (Fixpunkt) aus erfolgen, um die Maße an die tatsächlichen Bedingungen anzupassen – die Laibungen können „schwanken“, was zu unterschiedlichen Montagespalten führt.
- Bei alten Holzfenstern können diese nicht „nach den alten Fenstern“ gemessen werden – es ist notwendig, die Anschläge von außen zu messen und das Maß so zu vergrößern, dass der Rahmen sich hinter den Anschlägen verbirgt (typischerweise 4-5 cm auf jeder Seite, wenn die Laibung es zulässt).
- Die Höhe des Fensters wird so gemessen, dass es nur oben hinter den Anschlag geht und unten auf der äußeren Fensterbank aufliegt.
- Bei alten PVC-Fenstern gibt es drei Lösungen:
- Das Fenster leicht verkleinern, um Stemmarbeiten zu vermeiden.
- Das gleiche Maß beibehalten, wenn genügend Platz für die Abdichtung vorhanden ist.
- Das Maß beibehalten, aber die Laibungen von innen aufstemmen.
Folgen falscher Messungen
Ein falsches Messen von Fenstern kann zu vielen Problemen führen:
- Schwierigkeiten bei der Montage
- Undichtigkeit
- Entstehung von Wärmebrücken
- Höhere Heizkosten


